The Turn Ausgabe 5 – Homo politicus

The Turn ist eine Zeitschrift für islamische Philosophie, Theologie und Mystik.

Die Zeitschrift erscheint halbjährig und kostet in gebundener Form 10 Euro (8 Euro bei einem Abonnement).
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About

Über die Ausgabe

Herausgeber

Al-Mustafa Institut Berlin

Redaktion

Michael Nestler
Prof. Dr. Mahdi Esfahani

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. Christoph Böhr
Prof. Dr.Wolfgang Gantke
Prof. Dr.Peter Gerdsen
Prof. Dr. Eveline Goodman-Thau
Prof. Dr. Harald Seubert
Prof. Dr. Hamid Reza Yousefi

Preamble

Vorwort

Wir freuen uns, hiermit die fünfte Ausgabe von The Turn vorlegen zu können. Die Vorbereitung und Herausgabe unserer Zeitschrift erfolgte dieses Mal gewissermaßen unter außergewöhnlichen Umständen. Ein Teil unserer Redaktion war mit Buchveröffentlichungen beschäftigt, die keinen Aufschub duldeten. Dennoch ist es uns gelungen, so meinen wir, eine interessante und facettenreiche Ausgabe vorzulegen. Thema der vorliegenden Ausgabe ist der »homo politicus«. Konzepte des homo politicus, des Menschen als eines politischen Wesens, findet man bereits in der Antike. In die deutsche Sprache ist das Fremdwort zóon politikón, dessen Bedeutung der Duden mit »der Mensch als soziales, politisches Wesen« umschreibt, eingegangen. Etymologisch geht der Terminus des homo politicus auf das altgriechische ζῷον πολιτικόν (zóon politikón) zurück. Die Konzeption des zóon politikón stammt von Aristoteles und basiert auf seiner Auffassung von der Teleologie. Demnach ist das télos, griechisch für das »Ziel«, jedem Menschen von Natur aus eingepflanzt, weshalb er zur Vervollkommnung in Form der Staatenbildung determiniert ist. Der Mensch kann nur in der Polis das gute Leben verwirklichen und sein Potential ausschöpfen. Ansätze des zóon politikón findet man auch bereits vor Aristoteles, wie in Platons Politeia, wo der Staatsmann als ein dem Vorbild der Götter nacheiferndes Wesen erscheint. Da wir die Konzeption des homo politicus somit bereits im alten Griechenland finden, wird auch in dieser Ausgabe bis in die Antike zurückgegangen und so gewissermaßen der Bogen von der Antike bis in unsere Tage gespannt.

Angesichts der Tatsache, dass der homo politicus etymologisch auf das altgriechische ζῷον πολιτικόν (zóon politikón) zurückgeht, führt uns Detlef Thiel im ersten Artikel, der die Überschrift »SOKRATES – ein homo politicus?« trägt, in das Denken im antiken Griechenland ein. Er gibt darin nicht nur einen detaillierten Überblick über die Entwicklung des politischen Denkens in dieser Zeit, sondern auch über die historischen Ereignisse und die politischen Hintergründe. Der Verfasser stellt in seinem Beitrag Sokrates als Polisbürger, Philosoph und homo politicus dar. Er geht sowohl auf das Leben als auch auf den Gerichtsprozess, der zur Verurteilung des Sokrates führte, ausführlich ein und macht deutlich, dass Sokrates nach dem Todesurteil eine Flucht oder ein Freikaufen ablehnte und so zum ersten Märtyrer der Philosophie wurde. Als Belege für seine Einschätzung, dass Sokrates als ein homo politicus zu betrachten ist, führt er die drei Einsätze des Sokrates für Athen, die Akzeptanz des Gerichtsverfahrens und Urteils, die von Sokrates praktizierte Einheit von Theorie und Praxis und die Kritik an der Demokratie an. Auch seine philosophischen Gespräche mit den athenischen Jugendlichen hatten demzufolge eine politische Dimension, denn er versuchte dadurch die zukünftigen Entscheidungsträger zu ethisch verantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen. Die Lehrbarkeit der politischen Tugend ist dann auch für den Autoren die größte Frage von Sokrates. Er kommt zu dem Ergebnis, dass nur das moralisch gute Leben Sokrates zufolge lebenswert sei, und dies habe eine politische Dimension.  

Im zweiten Artikel mit dem Titel »Der Umgang mit der Macht. Ein Stolperstein des Menschen auf dem öffentlichen Plateau« macht die Autorin Birgit Zweigle deutlich, dass man, wenn man vom Menschen als zóon politikón spricht, das Thema der Macht nicht außer Acht lassen darf. Die Ausübung von Macht ist der Autorin zufolge eine unterschwellige Begierde des Menschen. Sie ist eine Versuchung sowohl für Individuen als auch für Gruppen oder Staaten, weil sie den Akteuren letztlich ein Gefühl der Bedeutung verleiht. Die Autorin nähert sich dem Thema in drei Schritten, wobei sie zunächst aufzeigt, wie Macht in der Geschichte argumentativ fundiert und realisiert worden ist. Dabei legt sie ihren Fokus auf die Modelle des Verhältnisses von Staat und Kirche und deren ideengeschichtliche Begründung. Indem die Autorin die Frage nach dem biblischen Machtverständnis aufwirft, kann sie die in der Geschichte verwirklichten Konzeptionen mit dem Evangelium konfrontieren. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass sich ihrer Auffassung nach die Machtausübung des Staates und der Kirche weit von dem biblischen Machtverständnis entfernt hat, und sieht letztlich in ihrer Herangehensweise eine diesbezügliche Möglichkeit, die Stolpersteine im Umgang mit der Macht zu erkennen. Die erste Gefahr ist der Autorin zufolge die Identifizierung mit der göttlichen Autorität – so hätten Kirche und Staat für sich in Anspruch genommen, im Namen Gottes zu reden und zu handeln, wobei sie das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes als Zuspitzung betrachtet. Eine zweite Gefahr sieht die Autorin darin, dass sich die Theologie in den Dienst der Politik stellt. Eine dritte Gefahr ist der Verfasserin zufolge der Missbrauch göttlicher Macht für eigene Zwecke, wie dies bspw. am Investiturstreit deutlich werde.  

In seinem Artikel »Sprachbilder moderner Staatlichkeit: Emanzipatorische Rhetorik und souveräne Politik« geht Laurin Mackowitz davon aus, dass spätestens mit der »Linguistischen Wende« (Linguistic Turn) die inhärenten Merkmale der sprachbasierten Kommunikation in das Nachdenken über Politik einzubeziehen sind. Seitdem bestehe eine grundlegende Skepsis gegenüber der Auffassung, dass Sprache ein transparentes Instrument zur Vermittlung der Realität ist. Sprache werde stattdessen als unvermeidbarer Zwang betrachtet, der jede menschliche Suche nach Sinn und Erkenntnis strukturiere. Da die Wirklichkeit ohne sprachabhängige Zwänge nicht wahrnehmbar sei, müsse der Schwerpunkt des Denkens auf der Sprachkritik liegen. Der Verfasser macht deutlich, dass Metaphern mehr als bloße Beschreibungen sind, sondern selbst Akteure zu sein scheinen, die individuelle und kollektive Subjekte an die Sprache binden und Menschen und Völker dazu bringen, die Welt durch ihre Brille zu sehen. Das Dasein sei als ein »weltbildendes« und zugleich »bildbedingtes« Wesen zu verstehen, weshalb die Imagination als entscheidend angesehen werden könnte für die Konditionierung sozialer Wirklichkeiten als Machtverhältnisse. Die Aufgabe, die sich der politischen Philosophie infolge der Entzauberung der weltbildenden Dimension von Sprache stelle, sei Klarheit darüber zu gewinnen, wie die Produktion und Organisation von Wissen, Waffen und Wohnraum durch Sprachbilder moderner Staatlichkeit Sinn verliehen werde. Der Autor geht weiterhin auf den »Staats-Organismus« (»Körper, Souveränität, Faschismus«) ein. Eines der in der Moderne dominierenden Sprachbilder sei die Vorstellung vom Staat als Organismus. Die schon in der Antike weit verbreitete Körper-Metaphorik, die das Bild des lebendigen menschlichen Körpers auf unbelebte Dinge und vor allem auf »soziale Gebilde« übertrug, habe sich dabei zu einer Organismus-Metaphorik entwickelt. Die »Körper-Metapher« sei schon in der Antike weit verbreitet gewesen und erfülle viele Funktionen. Das Sprachbild des politischen Körpers als zusammengesetzter und sich mit Leben versorgender Organismus finde in der Moderne eine Neukonfiguration, die ihren berühmtesten Ausdruck im Titelkupfer von Thomas Hobbes’ Leviathan finden würde. Der Autor macht an mehreren Beispielen deutlich, dass die Metapher des modernen politischen Körpers eine rationale Organisation des komplexen gesellschaftlichen Gefüges, eine umfassende Darstellung der Aufgaben und zugewiesenen sozialen Positionen und eine Entscheidungsgewalt in der Krise versprechen würde.  

Dem Beitrag von Laurin Mackowitz schließt sich der Artikel von Daniel Hildebrand mit dem Titel »Verwalten statt Regieren – Der bürgerliche Traum vom Ende der Politik und seine ideengeschichtlichen Wurzeln« an. Der Verfasser legt darin zunächst die konservativen und liberalen Vorstellungen vom Politischen als gemeinem Besten dar. Der bürgerlichen Ideenwelt liege der Gedanke der Aufklärung zugrunde, dass die Vernunft, die als unstrittige Wahrheit postuliert wird, das Zusammenleben am besten ermöglichen würde. Diesen Glaube finde man bereits in den antiken Naturrechts- und Vernunftlehren, wie sie maßgeblich auf Platon und Aristoteles zurückgehen. Der Glaube an eine dem Politischen entrückte wissenschaftlich zu ermittelnde Wahrheit sei auch sozialistischen und kommunistischen Ideen zu eigen, die sich aber vom bürgerlichen Rationalitätsglauben weitgehend durch ein gleichsam soziologisches Phänomen unterscheiden würden, nämlich bürgerliche Mentalität und Lebenswelt. Beide Richtungen seien in ihrem Vernunftglauben Kinder der Aufklärung. Das Bürgertum glaube an die Macht des Privaten und Individuellen, die politische Linke würde die Lösung der Probleme im öffentlichen Raum und auf der Ebene des Kollektiven suchen. Der Autor geht ausführlich auf das bürgerliche Politikverständnis und die postmoderne Massendemokratie ein. Das spezifisch bürgerliche, letztlich der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts entlehnte Politikverständnis führe unter den Bedingungen der heutigen Massendemokratie zu eigentümlichen Widersprüchen. Auch die bürgerlichen Ideen seien für Ideologie anfällig. Der Verfasser untersucht danach die bürgerlichen Weltbilder in einer Welt der zunehmenden Beschleunigung. Es ergebe sich dabei das Problem der inhaltlichen Entleerung der bürgerlichen Politik. Konservative drohten unter diesen Bedingungen zu Erfüllungsgehilfen progressiver Politik zu werden. Zunächst einmal sei nicht allein die Wahrung staatlicher Ordnung und die innere Widerspruchsfreiheit politischen Handelns, sondern Ordnung als ein Wert schlechthin ein dominantes programmatisches Element konservativer Politik. Ein allen nicht-liberalen Politikern grundsätzlich gemeinsamer Habitus sei es, alles staatlich regeln zu wollen, weshalb de facto Konservative immer häufiger zu den entschiedensten Erfüllungsgehilfen progressiver Politik werden würde. Diese könnte sich oft weitaus weniger tiefgreifend auf das Leben der Menschen auswirken, wenn sie nicht einen Verbündeten durch konservatives Ordnungsdenken gewinnen würden. Wenn eine Ordnung als Formprinzip erst einmal inhaltlich weitgehend progressiv bestimmt und dem Wesen von Aufklärung und Moderne nach entsprechend widersprüchlich sei, werde konservatives Ordnungsdenken zum Katalysator progressiver Ziele.   

Last but not least setzt sich Ludwig Siep in seinem Beitrag über den »homo politicus« mit dem Menschen als einem politischen, religiösen und historischen Lebewesen auseinander, und zwar aus Sicht der Philosophie. Der Autor macht dabei deutlich, dass der zóon politikón bei Aristoteles untrennbar mit der Definition des Menschen als vernunft- und sprachbegabt (zóon lógon echón) verbunden ist. Er verweist darauf, dass man die aristotelische Tradition des homo politicus heutzutage durch natur- und kulturwissenschaftliche Einsichten stützen könne, und deutet zudem auf die Ergebnisse der modernen Hirn- und Verhaltensforschung hin, die die physiologischen Grundlagen der spezifisch menschlichen Fähigkeiten und Mängel erforscht. Hierauf geht Ludwig Siep auf die anthropologischen Grundlagen ein, insbesondere auf die Instinktreduktion und die menschliche Sprache, die den Austausch unter vernünftigen Lebewesen ermögliche. Schon in der Antike sei die öffentliche Rede die Sprache des politischen Lebewesens gewesen, und wenn sie auf der gleichen Mitbestimmung aller basiere, so dass man nach Aristoteles von »Politie« spricht, dann sei man bei der Demokratie angelangt. Wenn man demnach auch andere Herrschaftsformen als »politisch« bezeichnen wolle, so muss man nach Auffassung des Autors den Begriff weiter fassen, und zwar unter Bezugnahme auf das Gewaltmonopol. Dieses benötige eine Legitimation, was den Autor zu Max Webers »Begriff des Politischen« und dessen Formen der Herrschaft führt. Abschließend behandelt er in seinem Beitrag die Frage nach Konsens und Dissens in einer Demokratie und beleuchtet dabei, wie sich Individuen und Gruppen mit verschiedenen Auffassungen in einer »öffentlichen Rede« einigen können.  

Statt einer Buchbesprechung haben wir uns in dieser Ausgabe für einen Gastbeitrag von Ana Davitashvili entschieden, die sich in ihrem Artikel mit dem aktuellen Stand der historisch-kritischen Koranforschung auseinandersetzt. Sie gibt darin eine verständliche Einführung in die historisch-kritische Koranforschung, die auch für diejenigen geeignet ist, die sich noch nicht näher mit diesem Thema beschäftigt haben, und bespricht zudem die wichtigsten zeitgenössischen Strömungen innerund außerhalb der historisch-kritischen Koranforschung. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Gruppe der muslimischen »Traditionalisten«, die nach Auffassung der Autorin außerhalb der historisch-kritischen Koranforschung stehen, da sie den Koran ausschließlich unter theologischen Aspekten betrachten und in ihre Forschungen nur die Werke der islamischen Tradition einbeziehen wie die Prophetenbiographie (as-s¯ıra an-nabaw¯ıya), die klassische Tafs¯ır-Literatur sowie die Hadithsammlungen. Die Diskussion um die Authentizität der islamischen Quellen findet innerhalb dieser Strömung keine Berücksichtigung ebenso wenig, wie die biblische Tradition noch nicht-arabische historische Quellen zu den Untersuchungen hinzugezogen werden oder die Forschungsresultate der Archäologie und Inschriftenkunde. Als weitere Strömung nennt die Autorin die »Neo-Traditionalisten«, die sie innerhalb der historisch-kritischen Koranforschung angesiedelt sieht; diese nehmen die muslimische Tradition in ihren Grundzügen auf, übernehmen also chronologisch die Grunddaten der Prophetenbiographie, erachten aber auch die vorislamische arabische Dichtung sowie die biblischen Traditionen für die Koranforschung als bedeutsam. Des Weiteren definiert sie die Gruppe der »Revisionisten«, die der muslimischen Tradition weitestgehend skeptisch gegenüberstehen und zum Teil sogar den arabischen Ursprung des Korans hinterfragen, indem sie auf scheinbar darin zahlreich vorhandene Einflüsse aus der syrisch-christlichen Tradition verweisen und zudem den Koran als ein Werk mehrerer Autoren betrachten. Eine weitere Gruppierung, die dieser extremen Position innerhalb der historisch-kritischen Koranforschung nicht folgt, dennoch aber einige revisionistische Ansatzpunkte aufweist, sieht die Autorin im Zusammenhang mit dem amerikanischen Koranforscher Gabriel Said Reynolds, den sie bezüglich seiner Auseinandersetzung mit dem Koran zwischen die Neo-Traditionalisten und Revisionisten einordnet, so dass sich bei der Gruppe um Reynolds herum entsprechende Standpunkte beider Strömungen wiederfinden lassen. Indem die Autorin sowohl den Konsens als auch die Streitpunkte der historisch-kritischen Koranforschung darstellt, wird der derzeitige Forschungsstand gut beleuchtet und herausgearbeitet, und mit ihrem Ausblick auf die Zukunft zeigt die Autorin, wohin der Weg innerhalb der modernen historischkritischen Koranforschung noch führen kann und welche neuen Ergebnisse und Perspektiven hierbei erwartet werden dürfen.  

Wir wünschen den Leserinnen und Lesern von The Turn nun eine anregende Lektüre.

Table of contents

Inhaltsverzeichnis

Socrates – a homo politicus (SOKRATES - ein homo politicus) – by Detlef Thiel

doi: http://dx.doi.org/10.53100/780612727327

Given that homo politicus goes back etymologically to the ancient Greek ζῷον πολιτικόν (zóon politikón), Dr. Detlef Thiel in the first article entitled Sokrates – ein homo politicus? contributes to the thinking of ancient Greece. In it he not only gives a detailed overview of the development of political thought during this period, but also of the historical events and the political background. In his contribution, the author presents Socrates as a polis citizen, philosopher and homo politicus. He goes into detail about life as well as the court process that led to the conviction of Socrates and makes it clear that Socrates, after the death sentence, chose to flee or enter refused ransom and thus became the first martyr of philosophy. As evidence for his assessment that Socrates is to be regarded as a homo politicus, he cites Socrates’ three missions to Athens, the acceptance of the court process and judgement, the unity of theory and practice practiced by Socrates and the criticism of democracy. His philosophical conversations with the young people of Athens therefore also had a political dimension, because he was trying to educate future decision-makers to become ethically responsible personalities. The teachability of political virtue is Socrates’ greatest question for the author. He comes to the conclusion that, according to Socrates, only the morally good life is worth living and that this has a political dimension.

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Handling power. A human stumbling block on the public plateau (Der Umgang mit der Macht. Ein Stolperstein des Menschen auf dem öffentlichen Plateau) – by Birgit Zweigle

doi: http://dx.doi.org/10.53100/572332869903

In her article, the author, Prof. Dr. Birgit Zweigle, it is clear that when we talk about people as zóon politikón, we also have to talk about the topic of power. The exercise of power is therefore a subliminal human desire. It is a temptation for individuals as well as for groups or states because it ultimately gives actors a sense of importance. The author approaches the topic in three steps, first showing how power has been argumentatively founded and realized in history. In doing so, she focuses on the models of the relationship between state and church and their intellectual and historical justification. By raising the question of the biblical understanding of power, the author is able to confront the concepts realized in history with the gospel. She leaves no doubt that, in her view, the exercise of power by the state and the church is far removed from the biblical understanding of power. Ultimately, according to the author, her approach makes it possible to identify stumbling blocks in dealing with power. According to the author, the first danger is identification with divine authority – church and state would have claimed to speak and act in the name of God, whereby she regards the Pope’s dogma of infallibility as an aggravation. The author sees a second danger in theology putting itself at the service of politics. According to the author, a third danger is the misuse of divine power for one’s own purposes, as becomes clear, for example, in the Investiture Controversy.

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Language Images of Modern Statehood. Emancipatory Rhetoric and Sovereign Politics (Sprachbilder moderner Staatlichkeit: Emanzipatorische Rhetorik und souveräne Politik) – by Laurin Mackowitz

doi: http://dx.doi.org/10.53100/695681131244

In his article Dr. Laurin Mackowitz assumes that the inherent characteristics of language-based communication should be included in thinking about politics at the latest with the »Linguistic Turn«. Since then, there has been a fundamental skepticism about the notion that language is a transparent instrument for communicating reality. Instead, language is seen as an unavoidable constraint that structures all human searches for meaning and knowledge. Since reality cannot be perceived without language-dependent constraints, the focus of thought must be on language criticism. The author makes it clear that metaphors are more than mere descriptions, but seem to be actors in their own right, binding individual and collective subjects to language and leading people and peoples to see the world through their lenses. Dasein is to be understood as a “world-forming” and at the same time image-related being, which is why the imagination could be seen as decisive for the conditioning of social realities as power relations. The task that political philosophy faces as a result of the disenchantment of the world-forming dimension of language is to gain clarity about how the production and organization of knowledge, weapons and living space are given meaning by the linguistic images of modern statehood. The author continues to address the »state organism« (»body, sovereignty, fascism«). One of the dominant language images in modernity is the idea of the state as an organism. The body imagery that was already widespread in antiquity, which transferred the image of the living human body to inanimate things and above all to social structures, developed into an organism imagery. The »body metaphor« was already widespread in antiquity and fulfills many functions. The metaphor of the political body as a composite and self-sustaining organism finds a reconfiguration in modernity, which would find its most famous expression in Thomas Hobbes’ Leviathan on the title page. Using several examples, the author makes it clear that the metaphor of the modern political body would promise a rational organization of the complex social structure, a comprehensive presentation of the tasks and assigned social positions and decision-making power in a crisis.

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Managing instead of governing - the bourgeois dream of the end of politics and its roots in the history of ideas (Verwalten statt Regieren. Der bürgerliche Traum vom Ende der Politik und seine ideengeschichtlichen Spuren) – by Daniel Hildebrand

doi: http://dx.doi.org/10.53100/603116610078

Dr. Hildebrand first presented the conservative and liberal ideas of the political as common good. The bourgeois world of ideas was based on the idea of the enlightenment that reason, which is postulated as undisputed truth, would best enable coexistence. This belief can already be found in the ancient teachings on natural law and reason, which can be traced back to Plato and Aristotle. The belief in a truth that is removed from the political and can be scientifically determined is also inherent in socialist and communist ideas, which, however, differ largely from the bourgeois belief in rationality by a sociological phenomenon, so to speak, namely bourgeois mentality and lifeworld. In their belief in reason, both directions are children of the enlightenment. The bourgeoisie believe in the power of the private and individual, leftists seek solutions to problems in public space and at the collective level. The author then goes into detail about the bourgeois understanding of politics and postmodern mass democracy. The specifically bourgeois understanding of politics, ultimately borrowed from 19th-century society, leads to peculiar contradictions under the conditions of today’s mass democracy. Bourgeois ideas are also susceptible to ideology. dr Hildebrand then examined the bourgeois worldview in a world of increasing acceleration. The problem of emptying the content of bourgeois politics would arise. Under these conditions, conservatives threatened to become the vicarious agents of progressive politics. First of all, not only the preservation of state order and the internal freedom from contradictions of political action, but order as a value per se is a dominant programmatic element of conservative politics. A habit that is fundamentally common to all non-liberal politicians is that they want everything to be regulated by the state, which is why de facto conservatives are increasingly becoming the most resolute agents of progressive politics. These could often have far less profound effects on people’s lives if you did not gain an ally through conservative order thinking. Once an order as a formal principle is largely progressive in terms of content and is correspondingly contradictory to the nature of enlightenment and modernity, conservative thinking about order becomes a catalyst for progressive goals.

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Homo politicus: Man as a political, religious and historical creature from the perspective of philosophy (Homo politicus. Der Mensch als politisches, religiöses und historisches Lebewesen aus der Sicht der Philosophie) – by Ludwig Siep

doi: http://dx.doi.org/10.53100/259969492734

In his contribution on “Homo politicus”, Prof. Siep deals with the human being as a political, religious and historical creature from the point of view of philosophy. He makes it clear that the zoon politicon in Aristotle is inextricably linked to the definition of human beings as reason and language talent (zoon logon echon). He points out that nowadays the Aristotelian tradition of homo politicus can be supported by scientific and cultural insights. Furthermore, the author also refers to the results of modern brain and behavioral research, which explores the physiological basis of specifically human abilities and deficiencies. In the following, the author goes into the anthropological basics – in particular the reduction of instincts and human language, which enables exchange between rational beings. He makes it clear that public speech was already the language of political beings in antiquity, if it is based on the equal co-determination of everyone, then, according to Aristotle, one speaks of a “polity”, which means that one has arrived at democracy. If one also wants to designate other forms of government as “political”, the author believes that the term must be broadened, which in his opinion is made possible by referring to the monopoly on the use of force. The monopoly on the use of force requires legitimation. This leads the author to Max Weber’s “Concept of the Political” and its forms of domination. Finally, he raises the question of consensus and dissent in a democracy, how individuals and groups with different views can agree in a ‘public speech’.

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historical-critical Quran research (Aktueller Stand der historisch-kritischen Koranforschung) – by Ana Davitashvili

doi: http://dx.doi.org/10.53100/778013040714

In her article, Ana Davitashvili not only provides a comprehensible introduction to historical-critical Quran research, even for those who have not yet dealt with this topic, but she also presents the various currents within and outside of historical-critical Quran research In the author’s opinion, the »traditionalists« stand outside of historical-critical Quran research, since they approach the study of the Quran with theological goals. According to this, only Muslim academics are to be understood who do not recognize the problem of the authenticity of the Islamic tradition, who consider neither the biblical tradition nor non-Arab historical sources and who do not take note of the research results of archeology or inscriptions. The author identifies the “neo-traditionalists” as a further current, who recognize the basic features of Islamic tradition and the basic data of the prophet’s biography or Sira, and a group between “neo-traditionalists” and “revisionists” who are centered around Gabriel Said Reynolds , one of the most important American Quran researchers. Finally, according to the author, the group of “revisionists” rejects the Muslim tradition, questions the main features of the prophet’s biography and questions the authorship of the Qur’an or denies that the Qur’an as a whole originated on the Arabian Peninsula. As the author presents both the consensus and the points of contention in historical-critical Quranic research, the current state of research is well illuminated and clearly worked out. Finally, the author ventures a look at the future perspectives of historical-critical Quran research.

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